von verschiedenen Reptilien (u.A. Krokodilen) ist bekannt, dass die Inkubationstemperatur das Geschlecht der schluepfenden Tiere bestimmt.
(siehe wikipedia)
Aus verschiedenen Quellen habe ich nun laeuten hoeren, dass das auch bei Bartagamen zumindest beeinflussbar sein soll. Irgendwann wird bei sowas aus "Hoerensagen" "Wissen".
Kann mir irgendjemand (hier) erklaeren, was dabei von der Biologisch/Genetischen Seite passiert? Sprich: geschlechtsbestimmende Chromosomen Anzahl/Aupraegung bei Pogonas und deren Beeinflussung durch auessere Einfluesse? In welchen Zeitraeumen, etc...
Kennt da jemand Untersuchungen?
Die Biologen hier vor Ort konnetn mir nicht weiterhelfen.
Dieses kann ich nicht bestätigen, ich habe dreimal inkubiert, mit je verschiedenen Temperaturen und es kamen bei 8 Eiern 7 Männchen raus und nur ein Weibchen.
Zitat aus „Encyclopedia of Australian Reptiles“ (Greer, A.E. 2006):
[...] all species of dragons have their sex determined by the temperature of the developing eggs instead of the more usual way of genetic determination.
In dem selben Werk wird dann eine Quelle bezüglich P.minor folgendermaßen zitiert:
Sex ratio. In hatchlings incubated at 25º and 29º C, there was no significant difference in the number of males vs females [...]
Hmm...
Falls jemand die Enzyklopädie haben möchte, bitte email-Addi per PN mitteilen. Ich hätte da auch noch eine riesige Bibliografie, wo auch einiges zum Thema zu finden ist. Ob nun über Pogona weiß ich nicht, ich hatte nicht weiter gegraben, da ich es mit dem Vermehren von Bartagamen ja bekanntlich nicht so habe.
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Hi!
Bei Kijijii war vor kurzem eine Annonce für Barti´s, die auf Weibchen Inkubiert wurden.
Soweit, sogut, wenn es denn so einfach ist auf das jeweilige Geschlecht zu inkubieren, warum findet dann hier so oft ein heiteres Geschlechterraten statt!! So weit mir bekannt ist, sind Krokos die einzigen Reptilien bei denen die Temperatur beim ausbrüten der Eier Einfluss auf das Geschlecht der Tiere hat.
_________________ Liebe Grüsse Andrea & Zoo Neun Stimmen in meinem Kopf sagen ich bin verrückt, die zehnte summt die Melodie von Tetris!
da einzige was mir aufgefallen ist wenn ich bei niedrigen oder höheren temps inkubiere, ist dass bei niedrigen die eier ein wenig länger brauchen um zu schlüpfen ( was angeblich auch gesünder für die tierchen ist ) und bei höheren ein bisschen schneller ( was angebich nicht so gut sein soll )
aktuell schwankt bei mir die temp im inkubator eh um 2 grag +/- ^^ und trozdem schlüpfen alle tierchen nur halt nicht gleich schnell.
schlupfrate war bisher auch immer um die 50/50
so weit mir bekannt ist, kann man bei bartagamen das geschlecht nicht beeinflussen.
erstmal danke fuer das rege Interesse, und sorry, dass ich nicht die Suchfunktion genutzt habe (wie oft hab' ich das wohl schon anderen geschrieben. )
Wie auch immer, in den bisherigen Diskussionen hat pharma ein interessantes Paper zu dem Thema ausgegraben, das die Frage ganz gut beantwortet. (2007, immerhin aus "science"):
Um es zusammenzufassen: (uii, jetzt kommt ne Bleiwueste)
Es gibt bei allen arten von Organismen den GENOtyp, der im Genmaterial des Organismus abgelegt ist, und den PHAENOtyp, der sozusagen der lebende, ausgebildete Organismus ist.
Nicht alle Parameter des PHAENOtyps sind durch den GENOtyp festgelegt. Gene koennen ein- und ausgeschaltet werden usw...
Zur Auspraegung des Geschlechtes bei Reptilien sind bisher (2007) 3 verschiedene "Verfahren" bekannt: 1 Genotypische Geschlechtsbestimmung mit XX/XY Chromosomen (wie in Saeugern), 2. Genotypische Geschlechtsbestimmung mit ZZ/ZW Chormosomen (wie in Voegeln, hier hat das WEIBCHEN, die unterschiedlichen Chromosomen), oder 3. Temperaturabhaengige Geschlechtsbestimmung. Pogona Vitticeps hat ZZ/ZW Chromosomen.
Die Autoren des Papers haben nun statistisch folgendes belegt:
- unter (falsch:28 richtig: 20) grad ueberleben praktisch keine Eier
- ueber 36 grad ueberleben praktisch keine Eier
- zwischen (falsch: 28 richtig:22) und (falsch: 34 richtig: 32) grad ist das Geschlecht der Ueberlebenden etwa 1:1
- ab 34 grad steigt die Anzahl der Weibchen, bis bei 36 grad praktisch nur noch Weibchen schluepfen.
ABER: Diese Weibchen sind rein Phaenotypische Weibchen. D.h. Der komplette Koerperbau, inklusive der Fortpflanzungsorgane ist tatsaechlich weiblich, untersucht man aber ihr Genom, stellt man fest, das es zu 50% ZZ-Tiere sind, also vom GENOtyp betrachtet Maennchen!
Demnach laesst sich der GENOtyp bei Bartagamen NICHT durch die Inkubationstemperatur beeinflussen, wohl aber der PHAENOtyp (den z.B. ein Tierarzt oder Zuechter feststellen kann).
Was heisst das denn nun? Da in den "zusaetzlichen" Weibchen das W fehlt, und von einem Partner kein W kommen kann, werden alle Nachkommen dieser Tiere maennlich sein, es sei denn, man inkubiert ebenfalls bei >34 grad.
Und fuer Zuechter? Es ist eine Sackgasse, "heisse" Weichben zu zuechten. Zum einen stimmt hier GENOtyp und PHAENOtyp nicht ueberein, was in gewisser Weise unnatuerlich ist, zum anderen werden nachfolgende Zuchten durch 100% maennliche Nachkommen "gestraft", drittens geht ja auch die Information auf dem W-Cromosom verloren. Darueber hinaus wird die Wahrscheinlichkeit von Missbildungen etc. mit steigender Temperatur hoeher.
Kurz: Hoechsttemperatur zur Inkubation: 34 grad, eher etwas weniger.
schoene Gruesse,
Ralf.
Zuletzt geändert von cbr_case am 11.02.2010, 17:38, insgesamt 1-mal geändert.
die temperaturen irritieren mich ein wenig. kp wie allgemein das jetzt bezogen war. ich inkubiere bei 27 bis 28 grag +/- 2 grad nach unten und 1 grad nach oben.
geringere temperatur heißt für mich längere entwicklung agilere bartagamen.
hohe temperaturen ab 29grad heißt für mich, total verschlafene tierchen schlechte weiterentwicklung durch zu rasantes wachstum im ei, weniger überlebenschancen in der weiteren entwicklung.
ich denke das sollten die hauptpunkte bei der bartagamen zucht sein die man wissen sollte.
der restliche schmu und vor allem der bleihagel da oben ist zwar sehr interessant aber da blicken eh die wenigsten durch, hab da glaub auch ned so ganz durchgeblickt wenn ich ehrlich bind
danke fuer den Hinweis, du hast voellig Recht.
Ich habe mich bei den Temperaturen verlesen.
Werd's im Artikel oben korrigieren.
Zur Agilitaet der Tiere sagt das Paper nix, ist halt von Genetikern, nicht von Zoologen.
Ich denke schon, dass fuer alle, die zuechten, der Punkt von Interesse ist, dass es Weibchen gibt, die NUR maennlichen Nachwuchs haben koennen, und dass man diese Weibchen nicht am Koerperbau von "echten" Weibchen unterscheiden kann, sondern eben nur, wenn man sich die Chromosomen ansieht.
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