|
Viele Halter stellen sich anfangs die Frage, ob sie ihrer Bartagame eine Winterruhe "verordnen" sollen
und was es dabei zu beachten gibt. Die jährliche Winterruhe erhöht die Lebenserwartung und stärkt
das Immunsystem der Bartagame, daher halte ich es für äußerst ratsam, dass man seinen Lieblingen
diese "Auszeit" gönnt. Meistens bleibt einem sowieso gar nichts anderes übrig, weil die Tiere durch das
herbstliche Klima in Deutschland schon von selbst träger werden oder sich sogar urplötzlich im Sand
verbuddeln.
Außerdem dient die Winterruhe als Anreiz für eine erfolgreiche Fortpflanzung.
Bei sehr jungen Tieren sollte man aber eher nur eine gemäßigte Winterruhe
durch eine leichte Reduzierung der Beleuchtung/Beheizung einleiten, bei der aber weiterhin gefüttert
wird.
Wichtig ist, dass man noch maximal einige Wochen vor der Winterruhe den Kot der Bartagamen untersuchen läßt,
damit eine mögliche Behandlung noch rechtzeitig erfolgen kann. Sinnvoll ist es daher, dies im frühen Herbst zu erledigen,
damit die Bartagamen einem nicht möglicherweise mit der Winterruhe zuvorkommen. Eine Überwinterung kommt nur bei
gesunden Tieren in gutem Ernährungszustand in Frage.
Zur Vorbereitung der Winterruhe wird am besten im Spätherbst zunächst die Fütterung für 1-2 Wochen
eingestellt, damit sie mit weitestgehend leeren Verdauungstrakt in Winterruhe gehen. Dabei kann
man sie auch mal baden um die Verdauung anzuregen. Das ist eine
Vorsichtsmaßnahme, damit Nahrungsreste im Körper der Bartagame nicht anfangen zu gären oder zu faulen.
Sollte sich die Bartagame allerdings trotz vollem Magen unerwartet verkriechen, dann muss man abwägen
zwischen dem Stress, den die Bartagame hat, wenn man sie wieder hervorholt und badet und dem relativ
geringem Risiko einer Vergiftung des Körpers. Ich selber habe in der ersten Winterruhe noch sehr auf solche
Dinge geachtet, jetzt gehe ich das ganze etwas lockerer an und habe den Bartagamen den Bade-Stress erspart.
Nach der Futterpause fährt man nun stückchenweise die Temperatur und Beleuchtung runter bis sie
nach zwei Wochen komplett aus ist. Um einen Tages-/Nachtrhythmus zu simulieren, kann man die Beleuchtung
aber auch noch 6-8 Stunden täglich an lassen. Wärmelampen sollten nur noch maximal für 1-2 Stunden an sein,
können aber auch ganz ausgelassen werden. Wichtig ist aber, dass die Temperatur auf etwa 17-20 Grad absinkt,
damit die Bartagamen besser ruhen können. Besser sind sogar noch kühlere Temperaturen,
aber meist läßt sich das in Wohnräumen schlecht bewerkstelligen. Temperaturen von über 20°C sollten allerdings
nach Möglichkeit vermieden werden, weil dies keine wirkliche Erholung für die Bartagamen darstellt.
Gefüttert wird weiterhin nicht, weil Bartagamen das Futter aufgrund ihres reduzierten Stoffwechsels nicht
verarbeiten könnten.
Nun kann man entweder warten, bis die Bartagamen von selber ihre Winterruhe beenden oder man fährt
nach 2-3 Monaten Beleuchtung/Beheizung innerhalb von zwei Wochen wieder hoch und beendet so die Winterruhe.
Nach und nach sollten die Bartagamen aus ihren Verstecken wieder hervorkommen und können nun
wieder gefüttert werden. Hält man Männchen und Weibchen zusammen, beginnen diese voraussichtlich ein paar Wochen später mit
den Paarungsversuchen.
|